GitHub Actions: Massive Kritik stoppt Pläne für Gebühren bei selbstgehosteten Runnern

Eigentlich wollte GitHub ab März 2026 auch für selbstgehostete Runner zur Kasse bitten. Nach einem heftigen Backlash aus der Developer-Community rudert die Microsoft-Tochter nun vorerst zurück. Die Preissenkungen für Cloud-Runner kommen hingegen wie geplant.

Arne Bauer
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Github Symbolbild - Photo by Roman Synkevych

GitHub hat die umstrittene Entscheidung, Gebühren für selbstgehostete GitHub Actions Runner in privaten Repositories einzuführen, vorerst auf Eis gelegt. In einem Statement auf dem Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter) räumte das Unternehmen ein, man habe bei der Planung „den Punkt verfehlt“ und wolle nun die Community stärker in die weitere Roadmap einbeziehen.

Gebühren für die eigene Hardware

Der ursprüngliche Plan sah vor, ab dem 1. März 2026 eine Gebühr von 0,002 US-Dollar pro Minute für Runner zu erheben, die Kunden auf ihrer eigenen Infrastruktur betreiben. Bislang war die Nutzung der Actions-Software für selbstgehostete Systeme kostenlos. GitHub rechtfertigte diesen Schritt damit, dass der Betrieb der sogenannten „Control Plane“, also der Infrastruktur, die die Jobs koordiniert, enorme Kosten verursache. Laut GitHub werden täglich rund 71 Millionen Jobs über die Plattform abgewickelt.

Die Ankündigung stieß bei Entwicklern auf Unverständnis bis hin zu blankem Entsetzen. Kritiker bezeichneten es als „dreist“, für Software zu bezahlen, die auf eigener Rechenpower läuft. Besonders schwer wog das Argument, dass viele Teams gerade deshalb auf selbstgehostete Runner setzen, weil die GitHub-eigenen Cloud-Instanzen oft als zu langsam empfunden werden. Nutzer berichteten von bis zu zehnmal schnelleren Build-Zeiten auf eigener Hardware.

Preissenkung für Cloud-Runner bleibt

Trotz des Moratoriums bei den Self-hosted-Gebühren hält GitHub an den positiven Nachrichten für Cloud-Nutzer fest. Zum 1. Januar 2026 werden die Preise für GitHub-hosted Runner deutlich gesenkt. Je nach Instanztyp belaufen sich die Preisreduktionen auf 20 bis 39 Prozent.

GitHub betont, dass 96 Prozent der Kunden durch die Umstellungen keine Mehrkosten zu befürchten hätten. Viele Kunden würden durch die günstigeren Cloud-Tarife sogar entlastet.

Vertrauensverlust und technische Baustellen

Der Unmut der Community rührt jedoch nicht nur von den Kosten her. In Entwicklerkreisen wird GitHub zunehmend vorgeworfen, die Kernplattform zugunsten von KI-Features wie dem Copiloten zu vernachlässigen. So wurde etwa kritisiert, dass GitHub kaum noch Beiträge aus der Community für die Open-Source-Runner-App annimmt.

Prominente Projekte wie die Programmiersprache Zig kehrten GitHub Actions zuletzt sogar ganz den Rücken, mit der Begründung, der Dienst sei unzuverlässig und technisch vernachlässigt. Mit der Verschiebung der Gebühren will GitHub nun Zeit gewinnen, um das verlorene Vertrauen durch Investitionen in die Performance und neue Features wie den „Actions Data Stream“ zurückzugeben.

Was bleibt kostenlos?

Unverändert bleibt die Preisstruktur für öffentliche Repositories. Hier sind GitHub Actions weiterhin kostenfrei nutzbar. Auch für Nutzer des GitHub Enterprise Servers, der On-Premises-Lösung, ändert sich durch die aktuelle Ankündigung nichts.

Arne Bauer

Arne Bauer

Schreibt über die Schwerpunkte Cybersecurity, KI und Cloud. Analysiert Trends, Angriffe und Technologien in der professionellen IT.

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